
Nachdem es ja eigentlich bereits letzten Dienstag losgehen sollte, lagen gestern noch immer keine Steine, da sich die Bestellung der Filigrandecke wegen starker Nachfrage verlägert haben soll. Die meisten Handwerker bestätigen uns, daß die Branche im Moment boomt, wie noch nie. Der Architekt erläutert uns, daß wir den Deckenplan zu spät eingereicht hätten und es daher zu der Verzögerung kommt.
Jetzt fragt man sich natürlich, warum wir den Deckenplan selber erstellt haben.
Als es um die Elektro, Sanitär und Heizungsplanung kam, hat uns der Architekt erläutert, daß diese Planung nicht in seinem Aufgabenbereich liegt, sondern ein Haustechnik-Ingenieur beauftragt werden muß. Da der aber über 20.000€ kostet, sollten wir die Ausschreibung lieber von einem dem Architekten bekannten Installateur erstellen lassen, der dafür im Gegenzug an der Ausschreibung teilnehmen dürfe.
Das haben wir auch machen lassen, waren aber mit dem Ergebnis sehr unzufrieden. Viele Teile wurden vergessen, Luxusvarianten eingeplant und u.a. die Deckeneinbauleuchten nachträglich über Kernbohrungen angeboten, was sehr teuer wird. Wir haben daraufhin selber die Handwerker angesprochen und plötzlich hatten wir die Risiken der Fehlplanung zu tragen und die Abstimmung selber durchzuführen. Tatsächlich ist das so in der HOAI geregelt, was aber für mich als Autragnehmer untragbar ist. Für Großbaustellen mag das ok sein, für EFH nicht.
Die nächste Überraschung heute war, daß die Fenster erheblich teurer geworden sind, als vom Architekten geschätzt. Vermutlich wird das bei Sanitär und Heizung ähnlich verlaufen - wir haben viel zu sehr darauf vertraut, daß die Kostenschätzung des Architekten schon stimmen wird. Der Architekt wird uns nun eine neue Baukostenaufstellung machen und ich hoffe, daß dann Klarheit bezüglich der Kosten besteht.
Wenn man Deckeneinbauleuchten plant, dann sollte man übrigens auf jeden Fall - spätestens zum Zeitpunkt des Schüttens der Sohle - sich Gedanken darübermachen, wohin man die Lampen haben will, welchen Durchmesser die Auslässe haben und wie tief die Aussparung sein soll. Dabei muß man bedenken, daß die Filigrandecke ca. 8 cm dick ist. Der Deckenbauer kann dann entsprechende Löcher in der Decke aussparen und das wird sehr viel günstiger, als später die Löcher zu bohren.
Zu dem Zeitpunkt sollte man idealerweise schon die komplette Elektroplanung erstellt haben, da man entweder Leerrohre oder Erdkabel direkt im Beton der Decke vergießen kann. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn man im Obergeschoß eine Fußbodenheizung plant, da dann kaum noch Platz im Estrich bleibt.
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