Die Klinkerauswahl kann wirklich spannend sein, besonders wenn man mit einem Architekten baut. Wir hatten schon recht früh überlegt, daß wir einen glatten, rot-bunten Klinker haben wollen, der nicht zu große Farbdifferenzen hat. Eigentlich klingt das nicht so schwer.
Damit wir die Entscheidung nicht bereits vor der Ausschreibung treffen müssen hat uns der Architekt empfohlen, einen Preis pro 1000 Steine mit auszuschreiben, damit wir danach dann auf jeden Fall immer den besten Preis haben und nicht nachträglich noch ein Preis vom Maurer verhandeln müssen. Klingt logisch - ist es aber nicht, weil es für Klinker keine Listenpreise gibt. Das wissen wir als Laien aber nicht….
Im Trend liegen nun in Norddeutschland offene Verblender, so daß der örtliche Baustoffhändler nicht das hatte, was wir uns wünschten. Wenn man beim Baustoffhändler nachfragt, welcher Klinkerhersteller verwendet wird, beginnt ein langes Schweigen. Man bräuchte dem Mauerer nur die Nummer mitzuteilen und dann würde schon alles klargehen. Klar ist das einfach, aber ob man dann wirklich einen guten Preis bekommt?
Also sind wir zur Baumesse und haben uns einen Klinker ausgesucht. Auf die Frage nach dem Preis, beginnt ein merkwürdiges “..so ca. xx Euro”, das hängt davon ab, was der Maurer noch draufschlägt als Gewinn. Ach, interessant. Wir dachten, der Preis sei fixiert gewesen.
Wir suchen uns also einen Klinker aus und fragen bei den örtlichen Baustoffhändlern nach. Die Preise differieren um 30%. Nicht übel in einer Zeit, wo es Bauunternehmen sehr schlecht geht. Ob das auch für die Baustoffhändler gilt?
Auch die Lieferzeiten unterscheiden sich massiv. Zwischen vorrätig und 5 Wochen ist alles möglich. Der günstigste Händler hat den Stein vorrätig, die dann der Maurer bestellt.
Nebenbei fragt uns der Baustoffhändler, ob wir das mit den Fenster nicht auch so machen wollen. Er besorgt uns die Wunschfenster und vermittelt uns einen Monteur. Keine schlechte Idee, zumal der Preis sich bei gleichem Hersteller um 20% reduziert.
Ich mag nicht erwähnen, daß es bei Dachpfannen das gleiche ist. Nur haben wir da nicht einmal einen Preis pro Pfanne ausgeschrieben, so daß eine nachträgliche Verhandlung natürlich schwerer ist.
Nachdem wir gemeinsam mit Freunden über den Rohbau laufen, fällt uns auf, daß die Fenster im Erdgeschoss nach Abzug der Rahmen nur noch 50cm Glasbreite haben. Wir entscheiden, daß das auf der Zeichnung zwar toll aussieht, aber in der Realität vermutlich mehr Rahmen- als Glasfläche bedeutet. Also haben wir den Architekten gebeten, das zu ändern.
Der Anbau hat inzwischen einen Ringanker bekommen und uns fällt auf, daß ein Fenster fehlt.


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