Am 3.1. haben wir einen gemeinsamen Termin mit dem Anwalt und dem Architekten gehabt. Wir haben uns darauf geeinigt, daß der Architekt den Bau noch bis Ende des geschlossenen Rohbaus fortführt und danach das Vertragsverhältnis beendet wird.
Die Klinkerauswahl kann wirklich spannend sein, besonders wenn man mit einem Architekten baut. Wir hatten schon recht früh überlegt, daß wir einen glatten, rot-bunten Klinker haben wollen, der nicht zu große Farbdifferenzen hat. Eigentlich klingt das nicht so schwer.
Damit wir die Entscheidung nicht bereits vor der Ausschreibung treffen müssen hat uns der Architekt empfohlen, einen Preis pro 1000 Steine mit auszuschreiben, damit wir danach dann auf jeden Fall immer den besten Preis haben und nicht nachträglich noch ein Preis vom Maurer verhandeln müssen. Klingt logisch - ist es aber nicht, weil es für Klinker keine Listenpreise gibt. Das wissen wir als Laien aber nicht….
Im Trend liegen nun in Norddeutschland offene Verblender, so daß der örtliche Baustoffhändler nicht das hatte, was wir uns wünschten. Wenn man beim Baustoffhändler nachfragt, welcher Klinkerhersteller verwendet wird, beginnt ein langes Schweigen. Man bräuchte dem Mauerer nur die Nummer mitzuteilen und dann würde schon alles klargehen. Klar ist das einfach, aber ob man dann wirklich einen guten Preis bekommt?
Also sind wir zur Baumesse und haben uns einen Klinker ausgesucht. Auf die Frage nach dem Preis, beginnt ein merkwürdiges “..so ca. xx Euro”, das hängt davon ab, was der Maurer noch draufschlägt als Gewinn. Ach, interessant. Wir dachten, der Preis sei fixiert gewesen.
Wir suchen uns also einen Klinker aus und fragen bei den örtlichen Baustoffhändlern nach. Die Preise differieren um 30%. Nicht übel in einer Zeit, wo es Bauunternehmen sehr schlecht geht. Ob das auch für die Baustoffhändler gilt?
Auch die Lieferzeiten unterscheiden sich massiv. Zwischen vorrätig und 5 Wochen ist alles möglich. Der günstigste Händler hat den Stein vorrätig, die dann der Maurer bestellt.
Nebenbei fragt uns der Baustoffhändler, ob wir das mit den Fenster nicht auch so machen wollen. Er besorgt uns die Wunschfenster und vermittelt uns einen Monteur. Keine schlechte Idee, zumal der Preis sich bei gleichem Hersteller um 20% reduziert.
Ich mag nicht erwähnen, daß es bei Dachpfannen das gleiche ist. Nur haben wir da nicht einmal einen Preis pro Pfanne ausgeschrieben, so daß eine nachträgliche Verhandlung natürlich schwerer ist.
Nachdem wir gemeinsam mit Freunden über den Rohbau laufen, fällt uns auf, daß die Fenster im Erdgeschoss nach Abzug der Rahmen nur noch 50cm Glasbreite haben. Wir entscheiden, daß das auf der Zeichnung zwar toll aussieht, aber in der Realität vermutlich mehr Rahmen- als Glasfläche bedeutet. Also haben wir den Architekten gebeten, das zu ändern.
Der Anbau hat inzwischen einen Ringanker bekommen und uns fällt auf, daß ein Fenster fehlt.


Heute wurde die Decke eingeschalt und die Stahlmatten eingeflochten. Am Wochenende ist uns leider aufgefallen, daß die Deckenleuchten alle um die Putzdicke falsch in die Filigrandecke eingelassen wurden, zwei Lampenauslässe völlig falsch lagen, wir keinen Durchbruch für Abwasser haben und der Steigbereich für die Heizung fehlt. Der Architekt behauptet die Maurer hätten es vergessen, die Maurer hatten allerdings keine Durchbrüche eingezeichnet. Gut, daß es uns noch aufgefallen ist, da wir so noch schnell Styroporklötze einlegen konnten. Danach hat der Statiker die Decke abgenommen und der Beton wurde gegossen.


Am Wochenende haben wir die Kabel für die Deckenbeleuchtung auf die Filigrandecke gelegt und Leerrohre für die spätere Sat-Anlage und Netzwerkkabel. Dazu haben wir uns Schalungskästen gebaut und diese mit Bauschaum auf der Decke festgeklebt. Die Leerrohre sind Panzerwellrohre, die für die Verlegung in Beton geeignet sein sollen.





Heute wurde die Filigrandecke geliefert. Ging alles sehr viel schneller als erwartet und als wir auf der Bausstelle angekommen waren, lag alles bereits an Ort und Stelle.
Langsam bekommt man nun ein Raumgefühl und wir können mit der Elektroinstallation beginnen. Das Wochenende haben wir Zeit bekommen, um die von uns geplanten Leerrohre auf die Decke zu legen, damit sie dann am Montag mit einbetoniert werden können. Die Leerrohre sollen später mit Satellitenkabel und Netzwerkkabeln gefüllt werden. Dadurch haben wir später die Möglichkeit,jederzeit in die Räume einen anderen Kabeltyp reinzulegen. In den Boden kommen Bodentanks.
Nach meinem mehrfachen und intensiven Drängen, eine angepaßte Kostenplanung durchzuführen und uns über Änderungen zu informieren, ist der Architekt aktiv geworden und hat uns darüber informiert, daß aufgrund einer sich sehr verschlechterten Wettbewerbsumgebung sich die Kosten um über 25% erhöhen werden!
Der Architekt scheint übrigens nur dann für die Baukosten zu haften, wenn explizit mit ihm eine Baukostenobergrenze vereinbart wurde, die nicht im normalen Architektenvertrag vorkommt. Ansonsten haftet der Architekt maximal mit den Kosten, die für seine Leistungen lt. Architektenvertrag entstanden sind.
Nun ist erstmal Krisensitzung angesagt und ich werde den Bau stoppen und alle Ausschreibungen nochmal an einen erweiterten Kreis raussenden lassen. Außerdem suchen wir jetzt nach einer Möglichkeit, dem Architekten fachlich besser auf die Finger schauen zu können.

Heute vomittag hat sich herausgestellt, daß es wieder keinen Sinn macht das Fundament zu gießen, da es zu heiß ist. Das klingt für mich so, als seien keine Kapazitäten frei……aber da der Rohbauer zwei Monate auf uns ohne Knurren gewartet hat, können wir auch die zwei Tage verschmerzen.
Lange warten kann der Rohbauer nicht mehr, da die Fundamentgräben scheinbar einzustürzen drohen. Jetzt will er in den sauren Apfel beißen und hat für morgen Abdeckplanen, Bewässerung und den Zementmischer bestellt. Die Bewässerung ist dabei besonders unangenehm, weil der nächste Hydrant einen Strassenzug weiter steht. Dafür will er Fundament und Bodenplatte an einem Tag gießen; vorher waren 2-3 Tage eingeplant. Vermutlich wird dann ab Montag gemauert.
Vom Erdbauer haben wir heute die Rechnung bekommen, die jetzt zur Prüfung beim Architekten liegt. Danach muß die Überweisung richtig schnell gehen, sonst verlieren wir den ausgehandelten Skonto und das wäre ärgerlich.
Für die anderen Gewerke dürfen die Auftragnehmer nach Aussage des Architekten einmal pro Woche eine Abschlagrechnung stellen.
Das wirft zwei neue Probleme auf:
1. Man bezahlt einen Großteil der Autragssumme durch die Abschläge bereits vor Abnahme und hat im Zweifel keine Sicherheit mehr gegen den Auftragnehmer, wenn er pfuscht. Klarer Vorteil bei Beauftragung eines Bauträgers.
2. Mit dem Kreditgeber sind in der Regel nur 7 Teilzahlungen vereinbart, die erste nach Fertigstellung des Rohbaus. D.h. man muß die Abschlagzahlungen aus dem Eigenkaptal bezahlen, was bei den großen Gewerken eng werden kann. Wir bekommen unser Geld von der Victoria Versicherung, die uns schon Entgegenkommen signalisiert hat. Bin gespannt ob es klappt.

Man mag es im hohen Norden nicht wirklich glauben, aber die Sonne scheint bei uns so fleissig, daß das Fundament heute nicht gegossen werden kann. Sonst entstehen Risse, meint der Bauunternehmer und die Architektin bestätigt. Wir hoffen auf morgen…..da soll es ein Grad kühler werden.
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Ich bin eben noch schnell rüber zum Grundstück gelaufen, um zu sehen, wie weit die Vorarbeiten für die Sohle sind. Wie angekündigt sind die Fundamentgräben ausgehoben und morgen soll das Fundament gegossen werden.
Ich finde es sieht schon beeindruckend aus, wie tief und glatt die Gräben ausgehoben sind. Wenn es heute nacht nicht regnet, dann wird das ein kleines Kunstwerk.
Einige der fehlenden Ausschreibungen habe ich bei my-hammer.de eingestellt und lasse mich überraschen, ob noch jemand mitbietet. Die Ausschreibung und die Pläne habe ich unter folgendem Link abgelegt.Â
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Am Montag soll die Sohle gegossen werden (theoretisch), so daß wir noch schnell eine Versicherung für den Rohbau und den Bauherren anschliessen wollen. Eine sehr gute Übersicht der aktuellen Versicherungen für den Hausbau bietet die Stiftung Warentest. Der Euro für den Download ist gut investiert.
Vielen Dank für den Tip von “Hausbau Erfahrungen”
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